Kultur
 

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Maori-Kultur (Maoritanga)Seitenanfang

Die Maori sind sehr traditions- und familienbewusst. Eine Geschichtsschreibung im westlichen Sinne gab es nicht, Mythen und Legenden und das Wissen über Vögel, Fische und Pflanzen wurde mündlich überliefert. Von großer Bedeutung war die Familiengeschichte. Alles Wissen über die Vorfahren und ihre Herkunft wurde auswendig gelernt und bei Familientreffen weitererzählt. Nach der Maori-Überlieferung kamen die ersten Einwanderer mit einer großen Flotte Kanus von Hawaiiki, einem Ort, der auch ein heiliger Ort ist, denn dorthin kehren die Seelen der Verstorbenen zurück. Die Ankunftsplätze der Kanus sind noch heute von Bedeutung, da die Abstammung der einzelnen Familien bis zu den Schiffsbesatzungen zurückverfolgt werden.

Der Maori lebte in seiner Großfamilie (whanau), die aus etwa 10-30 Menschen bestand. Mehrere Familien bilden einen Unterstamm (hapu), von denen mehrere wiederum einen Stamm (iwi) bildeten, an dessen Spitze der Häuptling (rangatira) stand. Ehre, Stolz und eine spirituelle Autorität (z.B. eines Häuptlings) haben in der Maori-Gesellschaft einen hohen Wert und werden mana genannt.
Alles, was die frühen Maori zum Leben brauchten, wurde in gemeinsamer Anstrengung erarbeitet. Hierzu gehörte das Bestellen von Feldern, das Fischen und das Jagen. Schutz fand man in einer Art militärischen Anlage, dem pa. Hier fand man Schutz, wenn es zu Auseinandersetzungen mit anderen Stämmen kam. Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens war ein zentraler Platz mit dem Versammlungshaus (marae), das mit Schnitzereien prunkvoll geschmückt war. Wie das Jagen und Bestellen des Feldes war auch der Krieg ein beständiger Faktor im Leben der Maori. Diese Kriege waren eher kleine Auseinandersetzungen um Land. Das Land und der Stamm bildeten eine spirituelle Einheit. Hierfür setzten die Krieger auch ihr Leben ein. Die Maori nennen sich selbst tangata whenua, Menschen des Landes. Neben den Kasten der Häuplinge (rangatira), der Priester (tohunga) und dem Volk (tutua), gab es noch die Sklaven, die sich aus den nicht dem Kanibalismus zum Opfer gefallenen Gefangenen erfolgreicher Kriegszüge rekrutierten.

Buchtipp "Die letzte Prophezeiung", Historischer Roman des Maori Heretaunga Pat Baker.

Mit der Ankunft der Europäer nahm der Krieg, die Auseinandersetzung um Land, eine andere Dimension an, nachdem es zuerst zu einer friedlichen Entwicklung, einem Nebeneinander gekommen war. Die Maori lernten schnell und setzten agra-technische Neuerungen sofort um. Auch mit den Waffen der Weißen machten sie sich schnell vertraut.
Nur aus Sicht der Weißen konnte man die Lebensweise der Maori als rückständig bezeichnen, basierte das gesellschaftliche Leben doch auf Gemeinschafts- und Stammesrecht und nicht auf Individualrecht. Die Einverleibung Aotearoas wurde vom Vertrag von Waitangi rechtlich abgesichert. In der Folgezeit kam es dann zu Landkriegen zwischen Maori und Pakeha (den weißen Einwanderern) und einem Niedergang der Maori-Kultur. Viele Maori starben in den Jahren nach der Besiedlung durch die Europäer an Krankheiten, die diese eingeschleppt hatten, und gegen welche die Maori nicht immun waren. Gleichzeitig drängten die Europäer den Maori ihr westliches Gesellschaftssystem auf, was die Selbstbestimmung der Maori einschränkte und zu Identitätsproblemen führte. Ein Jahrhundert verging, bis sich die Maori ihrer eigenen Kultur wieder bewusst wurden und bis die Ansprüche der Maori von der neuseeländischen Öffentlichkeit ernst genommen wurden. Seither erlebt die Maori-Kultur einen ständigen Aufschwung und der Vertrag von Waitangi ist mittlerweile ein zentrales Dokument, aus dem viele Rechte der Maori abgeleitet werden. Die Wiedergeburt der Maori-Kultur geht einher mit der Wiederbelebung ihrer Sprache und der Regelung ihrer Ansprüche. Maori ist neben Englisch die offizielle Amtssprache.

Buchtipp "Maori und Gesellschaft". Kurzgeschichten (u.a von Alan Duff) und Essays zum Leben der Maori gestern und heute.

Was Sie wissen sollten:
Maori-Wörter
kia ora - Begrüßung, "Hallo"
mau mai - Herzlich Willkommen (formeller)
Aotearoa - Neuseeland (Land der langen weißen Wolke)
marae - traditionell der Versammlungsort der Maori (mit Gemeinschaftshaus)
tangata whenua - "people of the land", so nennen sich die Maori
taonga - etwas von großem Wert (physisch oder spirituell)
hongi - Begrüßung, indem die Nasen aneinander gepresst werden

Pakeha, KiwiSeitenanfang

Pakeha werden die weißen Neuseeländer von den Maori genannt, was etwa Eindringling oder Fremder bedeutet. Die Maori nennen sich selber übrigens tangata whenua (people of the land). Und dann gibt es noch den Begriff KIWI, der eigentlich für alle Neuseeländer steht und diese international (nach außen) als Einheit definiert. Dieser Begriff ist Ausdruck einer nationalen Identität und zeugt von einem wachsenden Selbstbewusstsein der noch jungen Nation. Sich als Kiwi zu bezeichnen bedeutet auch, sich mit dem neuseeländischen Lebensgefühl zu identifizieren - auch wenn es sich natürlich in einem ständigen Wandel befindet. Es sind zunehmend die weißen Neuseeländer, die den Begriff Kiwi für sich in Anspruch nehmen.
Es ist schon einige Zeit her, als sich das Lebensgefühl des Kiwi in Gummistiefeln und Wollpullover widerspiegelte. Heute verbindet man mit dem Begriff Kiwi eher den "Outdoor Menschen", der seine Zeit gerne in der Natur verbringt, also aktiv ist, und neben der Naturverbundenheit sportliche Züge aufweist. Hier sei besonders auf die Sportarten Golf, Segeln (America´s Cup) und den Nationalsport Rugby ("All Blacks") hingewiesen. Für die Touristen kommt natürlich noch so einiges hinzu (siehe Aktivitäten). Der Neuseeländer verbringt seine Wochenenden meist nicht im eigenen Heim, sondern draußen. Dies führt dazu, dass das Haus oder die Wohnung eines Kiwi eher spartanisch eingerichtet ist. Größeren Wert legt man hier auf das Ferienhaus ("batch") oder das Boot. Zudem gehört zu einem Kiwi-Lifestile neuerdings auch ein internationaler Aspekt, der Essen und Trinken ebenso einschließt wie Offenheit im Bereich Kunst und Kultur.

Kunst und KulturSeitenanfang

Ausdruck für die zunehmende Bedeutung der Bereiche Kunst und Kultur (sowie Geschichte) ist das neue Nationalmuseum in Wellington, das "Te Papa" , das Ende der 90er Jahre entstand. Einen kulturellen Höhepunkt stellt zudem das NZ International Festival of Arts dar, das alle zwei Jahre in Wellington stattfindet und vor allem durch die Veranstaltungen in den Bereichen Theater, Musik und Literatur ein internationales Publikum anzieht. Im Bereich Literatur ist es vor allem Katherine Mansfield, die Neuseeland durch ihre Kurzgeschichten bekannt machte. Weitere bekannte oder bedeutende Autoren / Autorinnen aus Neuseeland sind neben dem oben erwähnten H.P. Baker (Die letzte Prophezeiung) Ngaio Marsh, Keri Hulme, Patricia Grace, Witi Ihimaera sowie Janet Frame und Chad Taylor.
Auch einige Filme, Filmemacher und Schauspieler haben internationale Bedeutung erlangt. Hierzu gehören u. a. die Filme "Utu", "Machs gut Pork Pie","Never say die", "Die letzte Kriegerin" sowie "Heavenly Creatures" und "Das Piano". Im Musikbereich ist es zu allererst Kiri Te Kanawa, die internationale Bedeutung als Opernsopranistin errang. In der Rockmusik sind besonders Courtney Love, Neil und Tim Finn (Crowded House) zu nennen. Die neuseeländische Kunst wird zu einem großen Teil von der überlieferten Kunst der Maori geprägt. Hierzu gehören u. a. die Holzschnitzereien und die Jade- (Greenstone) und Pauamuschelarbeiten. Weit verbreitet sind auch die Keramikarbeiten (Kunsthandwerk) verschiedener Künstler, die in vielen Geschäften angeboten werden. Die allgemeine und vielfältige Kunstszene (zeitgenössische und Maori Künstler) mit Malereien und Plastiken kann man in vielen Galerien des Landes bewundern.

Essen und TrinkenSeitenanfang

Die Vielfalt der neuseeländischen Küche ist enorm und Ausdruck der vielen Kulturen, die in diesem Land zusammenkommen. Man findet neben den klassischen Kiwi tea rooms erstklassige Caf+s und Bistros. Die Fast-Food und Take-Away-Gastronomie ist hoch entwickelt, was besonders in den größeren Städten auffällt. Besonderheiten der neuseeländischen Esskultur sind unter anderem Pavlova (ein Dessert), Hokey Pokey (ein Eis), Kumara (Süßkartoffel) und Fish and Chips. Für internationales Aufsehen sorgen seit einigen Jahren die erstklassigen Weine Neuseelands. Hier sind die Cabernet Sauvignons, besonders aber die Chardonnays und Sauvignon Blancs zu nennen. Diese Weine werden nicht nur in den vielen guten Restaurants angeboten, sondern auch direkt in den gemütlichen Vineyards. Zu den vielen Spezialitäten des Landes gehören: -Bluff-Austern -Muscheln -Königslachs -Cervena (Reh) -Rind -Lamm und natürlich frisches Obst.
Ein neuseeländisches Rezept (Aktuelles)

LinksSeitenanfang

Internet-Quellen zur Kultur Neuseelands
Kulturinformationen
Sammlungen der Nationalbibliothek
Das Nationalmuseum Neuseelands
Infos über Sport und Freizeitbeschäftigungen
America´s Cup

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