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Die Menschen

Die meisten der etwa 3,8 Millionen Einwohner Neuseelands leben in Küstennähe und nur ca. 15 % der Kiwis, wie sich die Neuseeländer nennen, leben auf dem Land. Den Haubtbestandteil der Einwohner bilden die europastämmigen Neuseeländer, die Pakeha, doch schon vor ihnen waren die Maori eingewandert (vor ca. 1000 Jahren). Sie machen etwa 12 - 15 % der Bevölkerung aus. Die meisten Neuseeländer, zu denen auch Polynesier und andere Minderheiten (z.B. Chinesen) gehören, leben zumeist auf der kleineren, aber wärmeren Nordinsel. Etwa 85 % der Bevölkerung leben mittlerweile in den Städten, wobei Auckland mit einem Anteil von 200.000 Einwohnern aus dem Pazifikraum zur größten polynesischen Stadt wurde.
Neuseeland war und ist ein Einwanderungsland. Aber es gibt auch immer wieder Jahre, in denen die Auswanderung größer ist als die Einwanderung. In solchen Jahren geht es dann zumeist nach Australien oder aber "zurück" nach Europa. Klassenunterschiede und Rassendiskriminierung spielen in Neuseeland keine Rolle, zumindest offiziell. Ressentiments gegen Minderheiten spürt man nur gelegentlich, doch ist festzustellen, dass diese Minderheiten tatsächlich sozial und ökonomisch benachteiligt sind. Trotzdem muss Neuseelands Gesellschaft als vorbildhaft angesehen werden, was die Bemühungen um die Gleichberechtigung angehen. Das Zusammenleben verschiedener Kulturen macht Neuseeland zu einer offenen und interessanten Gesellschaft. Die Maori und Pakeha stehen nach wie vor zu der Aussage "One People, one nation" und sehen sich als Mitglieder "einer Familie" - trotz vieler Meinungsverschiedenheiten.
Politik

Mit dem Vertrag von Waitangi im Jahre 1840 begann die Verfassungsgeschichte Neuseelands. Damals unterschrieben Vertreter der britischen Krone und die Häuptlinge vieler Maori-Stämme auf einer Wiese im Norden des Landes diesen noch immer heiß diskutierten Vertrag, der Neuseeland zu einer britischen Kolonie machte. Die britische Königin wird heute durch einen Generalgouverneur vertreten und hat somit Aufgaben
und Verpflichtungen, die im Wesentlichen in der Repräsentation bestehen.
Neuseelands politisches System ist dem der Briten ähnlich, das Wahlsystem wurde 1993 verändert und ist an das Verhältniswahlrecht der Deutschen angelehnt. Neuseeland führte 1893 das Frauenwahlrecht ein und war damals das erste Land, das Frauen dieses Recht zugestand. Heute sind ca. 1/3 der 120 Parlamentarier Frauen, Premierminister(in) ist eine Frau. Die Wahlen zum Parlament finden alle drei Jahre statt. Wahlberechtigt ist jeder Neuseeländer und alle Ausländer mit einer unbeschränkten Aufenthaltsgenehmigung. Wahlberechtigt ist man ab dem 18. Lebensjahr.
Das Parlament trifft sich im Beehive, dem Bienenstock (wegen des Aussehens des Gebäudes), das neben dem historischen Parlamentsgebäude steht. Die wichtigsten Parteien sind die National Party und die Labour Party. Eine Besonderheit ist, dass es neben den 61 Wahlkreisen noch sechs Maori-Wahlkreise gibt. Die Maori Neuseeländs können frei entscheiden, in welcher der beiden Wahllisten sie ihre Stimme abgeben. Neben der Zentralregierung hat Neuseeland ein Netz lokaler Behörden. Hier werden Fragen der zu den Bereichen Grundeigentum, Parkanlagen, Abfallbeseitigung, Zivilschutz, Verkehr etc entschieden. Daneben gibt es einen öffentlichen Dienst, dessen Zusammensetzung nicht von der jeweiligen Regierung neu bestimmt wird und somit parteipolitisch unabhängig arbeiten kann.
Wirtschaft

Zuerst, noch im 18. Jahrhundert, war es Flachs (für die Herstellung von Seilen), dann waren es die Robbe und der Wal und danach das Kauri-Holz, die ein wirtschaftliches Interesse hervorriefen. Im 19. Jahrhundert war es das Gold und dann das Land. Mit den Missionaren, die europäische Tiere ins Land brachten, begann die Weidewirtschaft und schon früh entstanden die ersten Schaffarmen. Wolle wurde zum Haupthandelsgut Neuseelands und schon im 19. Jahrhundert begann man mit dem Export von Gefrierfleisch. Zur gleichen Zeit wurde mit dem Export von Milchprodukten begonnen. Hier liegt der erste wirtschaftliche Aufschwung Neuseelands begründet. Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts begann man in Neuseeland mit der "Deregulierung" der Landwirtschaft. Durch dieses Vorgehen wurde das marktwirtschaftliche Verhalten wieder in den Vordergrund gestellt, was zuerst zu Einbußen im internationalen Wettbewerb führte, sich danach jedoch auszahlte. Hierdurch kam es zum Beispiel auch zu der
Haltung von Rotwild, wofür Neuseeland heute bekannt ist.
Zu den landwirtschaftlichen Produkten kamen nun auch die Produkte im Obstanbau, die sich international durchsetzten. Hier sind vor allem die Äpfel und Kiwifrüchte zu nennen. Etwa zur gleichen Zeit begann man in Neuseeland mit dem Weinanbau. Besonders mit den Weißweinen hat sich Neuseeland international einen Namen gemacht, aber auch der Cabernet Sauvignon ist sehr begehrt. Was sehr früh mit dem Abholzen der Kauri-Bäume begann, ist auch heute noch von wirtschaftlicher Bedeutung: die Forstwirtschaft. Holz ist ein wichtiges Exportprodukt für Neuseeland. In diesem Wirtschaftszweig werden zudem viele Arbeitnehmer beschäftigt. 2/3 der Bevölkerung sind jedoch im Handel und im Dienstleistungsbereich beschäftigt. Etwa 10 % der arbeitenden Bevölkerung sind selbstständig. Der Frauenanteil der Beschäftigten liegt bei ca. 50 %. Ein ständig an Bedeutung gewinnender Witschaftszweig ist der Tourismus. Jährlich besuchen ca. 1 Million Urlauber das kleine Land am anderen Ende der Welt. In den letzten zehn Jahren hat sich die Besucherzahl aus Deutschland verdoppelt.
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